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Stellungnahme des bvvp Hessen zur Pressemeldung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) vom 22.1.2019

 

Die Landesärztekammer lehnt den Referentenentwurf zur Neuregelung der Ausbildung „nichtärztlicher Berufsgruppen“ ab, der ein Direktstudium der Psychotherapie ermöglichen soll.

 

Die Stellungnahme spaltet zwischen den Ärztlichen Psychotherapeuten einerseits und den Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten andererseits, wenn von „nichtärztlichen Psychotherapeuten“ die Rede ist. Dieser Sprachgebrauch ist antiquiert und gehört in die Mottenkiste der Zeiten vor 1999, als die PP/KJP als Heilhilfsbehandler im Delegationsverfahren des GKV-Systems agieren mussten. Im Psychotherapeutengesetz von 1999 wurde die Integration der Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) in das GKV-System beschlossen, um die Diskriminierung der Berufsgruppen zu beenden und die psychotherapeutische Versorgung zu stärken. Auch die ärztlichen Psychotherapeuten unterstützten damals die Integration der PP/KJP, denn sie sind zu den somatischen Ärzten – leider bis heute – marginalisiert wie auch die anderen psychotherapeutisch tätigen Fachgruppen.

 

Soll anlässlich der Reform des Psychotherapeutengesetzes das Rad der Geschichte zurückgedreht werden? Sollen die Errungenschaften der Integration der Berufsgruppen und der Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung „durch Verlagerung“ auf’s Spiel gesetzt werden?

 

Die Aussage, dass die „psychosomatisch-psychotherapeutische Sichtweise zentraler Bestandteil ärztlichen Denkens und Handelns sei“, spiegelt einen Alleinvertretungsanspruch wider, die psychotherapeutische Versorgung zu gewährleisten, wenn von nichtärztlichen Therapeuten die Rede ist, zu denen die psychotherapeutische Versorgung nicht zu verlagern sei.

 

Auch bei den PP und KJP ist die psychosomatisch-psychotherapeutische Sicht zentraler Bestandteil des Denkens und Handelns. Aus fachlichen Gründen sollte aber die Verantwortung und die Befugnis für die Verschreibung von Medikamenten bei den Ärzten bleiben. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Berufs- und Fachgruppen hat sich zum Wohle der Patienten bewährt und sollte nicht durch Auslagerung von Versorgungsbereichen gefährdet werden.

 

Der bvvp Bundesverband hat sich klar gegen die Möglichkeit ausgesprochen, dass PP/KJP über psychopharmakologische Ausbildungsinhalte ein Recht eingeräumt bekommen sollen, Medikamente zu verschreiben. Insgesamt enttäuscht die Stellungnahme der Landesärztekammer Hessen, die bei ihrer Kritik an dem Entwurf zum Ausbildungsreformvorhaben vorzugsweise ihren Blick weit in die Vergangenheit zurückwendet und nicht in einen konstruktiven Dialog zu den Zukunftsperspektiven mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen eintritt, um aus der Ausbildungsreform und der Direktausbildung der Psychotherapeuten eine Erfolgsgeschichte zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung und damit für betroffene Patienten zu machen.

 

 

Für den Vorstand:

 

Tilo Silwedel, bvvp Hessen

 

 

 

 

 

 

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